Omega Taschenuhr

(September 2020) Irgendwann bin ich über die schönen, alten Taschenuhren gestolpert. Wie und wo lässt sich nicht mehr herausfinden. Dabei irgendwie fasziniert von der Technik und Präzision, die man durch Aufklappen direkt bestaunen kann und dem Gedanken, dass es toll wäre, solch ein altes Präzisionsgerät zu besitzen, haben mich dazu gebracht, mir eine gebrauchte Omega Taschenuhr zu ersteigern. Blauäugig dachte ich mir, dass eine so alte Uhr erst einmal etwas Pflege nötig und diese auch verdient hat!

Seriennummer des Gehäuses: 5146632 -> Baujahr ca. 1916

Seriennummer des Uhrwerks: 4343858 -> Baujahr ca. 1912

Hier gehts zur Seite, auf der das Baujahr anhand der Seriennummer bestimmt werden kann: https://www.uhren-mikl.com/omega-baujahr/

Zuerst einmal hatte ich mir das nötige Werkzeug, also feine Schraubendreher und einen Uhrwerkhalter besorgt. Ebenso Reinigugnsmittel und neues Öl für die beweglichen Teile der Uhr.

Hier sieht man das ausgebaute Uhrwerk kurz vor dem Zerlegen.

Hier ist die Rückseite zu sehen.

Fast nackt. Nun ist nicht mehr viel übrig, was auf der Grundplatte verblieben ist. Bis hierher war schon sehr viel Fingerspitzengefühl nötig!

Geschafft, alles ist zerlegt und kommt mit einem Reiniger ins Ultraschallbad.

Leider fehlen ein paar Schritte, von denen ich keine Bilder gemacht habe. Das liegt daran, dass ich penibel genau arbeiten musste und kein Risiko eingehen wollte, irgendeinen Teil zu verlieren oder zu zerstören.

Zwischendrin sah das ganze dann so aus. Ein Rempler und ich hätte die Teile nie mehr gefunden :-O.

Hier ist nun alles wieder zusammen gebaut und geölt.

Das Ergebnis kann ich sehen lassen!

Ich bin zufrieden und freue mich, ein so altes Meisterwerk weiter bestaunen und benutzen zu können!

Leider ist es aber nicht so problemlos abgelaufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Wie oben angedeutet, war ich bei diesem Projekt etwas blauäugig.

Daher nun im Folgenden die aufgetretenen Probleme …

Problem 1:

Das Ziffernblatt ist leider stark mitgenommen und die Zeiger sind verbogen.

Das Richten der Zeiger war kein Problem, allerdings lässt sich das Ziffernblatt nicht wieder aufarbeiten. Das ist zwar möglich, aber nur für viel Geld bei Spezialfirmen … Selbst machen will ich es nicht, um mit meiner nicht vorhandenen Expertise, Übung und so weiter, dieses Jahrzehnte alte Ziffernblatt zu ruinieren.

Möglicherweise, ich würde es mir wünschen, stolpere ich mal über genau dieses Ziffernblatt in einem besseren Zustand, um dies dann austauschen zu können.

Problem 2:

Die Anschläge des „Was auch immer, ich kenne das Fachwort nicht“ sind verbogen. Ich habe die Taschenuhr zwar so bekommen und das erst später bemerkt, allerdings will ich eine gut funktionierende Uhr, die nicht vermurkst ist.

Die Lösung war ganz einfach. Ich habe zuerst in einem Forum um Hilfe gefragt, um nach mehreren Anläufen einen fähigen Uhrmacher zu finden, der mir hierzu eine Antwort geben konnte und auch beim nächsten Problem behilflich sein konnte. Dafür vielen Dank!

Es ist wohl so, dass das „Verbiegen“ der Anschläge halbwegs üblich ist, um eine Uhr, zu „richten“. Da sie trotz dessen oder auch gerade deshalb noch recht genau läuft, belasse ich es so auf Rate des Uhrmachers.

Problem 3:

Ich habe einen Lagerstein zerstört …

Beim Aufsetzen der oberen Abdeckung des Uhrwerks, welches die darunter liegenden Zahnräder hält, ist mir einer der drei Lagersteine zerbrochen. Fast schon zum Glück, denn dem Pin des Zahnrads, dass dort eingeführt wird, ist nichts passiert. Fast unglaublich, da diese wirklich sehr filigran sind.

Leider habe ich keine Lagersteine finden können, die ich als Privatperson kaufen konnte bzw. überhaupt das richtige Maß zu finden.

Daher noch einmal vielen Dank an den netten Uhrmacher, der dies für mich erledigen konnte, sodass die Taschenuhr nun wieder tadellos funktioniert.

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